{"id":2914,"date":"2015-04-05T13:44:30","date_gmt":"2015-04-05T12:44:30","guid":{"rendered":"http:\/\/offramp.ch\/?p=2914"},"modified":"2025-07-01T07:52:05","modified_gmt":"2025-07-01T06:52:05","slug":"eigenlogik-des-designs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/postmodular.de\/category\/post\/eigenlogik-des-designs\/","title":{"rendered":"Sammelband zur \u203aEigenlogik des Designs\u2039"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"> Als Leiter des Institutes f\u00fcr Designforschung war ich mir trotz jahrelanger Praxis nicht sicher, wie wir die Forschung im Design \u201erichtig\u201c organisieren k\u00f6nnten. Mein produktives Misstrauen gegen\u00fcber den \u00fcblichen Forschungsans\u00e4tzen im Design gr\u00fcndete auf der Annahme, da\u00df sich bestimmte Aussagen innerhalb unseres Systems mit den Regeln des selben Systems nicht erkl\u00e4ren lassen und wir fortlaufend Verfahren ein\u00fcben, die vor allem diese Verfahren selbst best\u00e4tigen. Die Berufung auf ein so oder so beschaffenes, methodisch geleitetes Vorgehen dient unserer Disziplin als argumentative Figur, die den Entstehungsprozess des Artefaktes, das Artefakt selbst sowie dessen Effekte als kalkuliertes Ergebnis einer Planung erscheinen lassen soll (\u00f6kon. Erfolg, Affordance, Haltbarkeit, N\u00fctzlichkeit u.a.). Mit dem Gebrauch privilegierter (propriet\u00e4rer) Methoden konsolidieren sich schlie\u00dflich spezifische Rationalit\u00e4ten \u2013 innerhalb der Disziplin aber auch gegen\u00fcber unserer Umwelt (in Gesellschaft, Wissenschaft, \u00d6konomie, \u00d6kologie u.a.). Damit wird das Design Teil eines Kalk\u00fcls, der vielf\u00e4ltige Interessen in Einklang bringt. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Unser Ziel bestand nun darin, diese Annahme zu \u00fcberpr\u00fcfen und bestimmende Aussagen \u00fcber das Vorgehen \u2013 hinter oder neben \u2013 den Methoden zu finden. Daf\u00fcr wurden acht exemplarische Projekte der Forschungsschwerpunkte des Departement Design untersucht\u00a0und dokumentiert. Um das in Tiefeninterviews gewonnene Material zu beforschen mussten wir nun auch methodisch vorgehen. Hier vier Beispiele, wie sich die Ergebnisse des Forschungsprojektes lesen lassen:<\/span><\/p>\n<ul class=\"ul1\">\n<li class=\"li1\"><span class=\"s1\">Die je 2-st\u00fcndigen Tiefeninterviews wurden transskribiert und mittels Softwareunterst\u00fctzung sequenziert (GEPHI). Im Anschluss daran haben wir die Transskripte codiert (Codes waren u.a.: Ort, Person, Institution, Handlungsverben, Befehl u.a.). Nun konnten die Texte (bzw. Textelemente) frei untersucht werden (gesucht waren u.a. Akteursnetzwerke, Orte der Erkenntnisproduktion, Begrifflichkeiten, Rhetorik, Interaktionsrituale in der System-Umwelt(en)-Beziehung, Rolle der institutionellen Umwelt u.a.).<\/span><\/li>\n<li class=\"li1\"><span class=\"s1\">Im Kapitel \u201aEine Netzwerkanalyse\u2018 (S. 186) habe ich den Verlauf eines von mir geleiteten Projektes (SDFB) nachskizziert und nach Vorbild der ANT (Akteur-Netzwerk-Theorie) eine soziologisch orientierte Analyse eines gescheiterten Designvorhabens durchgef\u00fchrt.<\/span><\/li>\n<li class=\"li1\"><span class=\"s1\">In unseren Analysen der Texte konnten wir unmittelbar nachvollziehen, wie weit sich das konkret geschilderte Vorgehen der Kolleginnen und Kollegen von jenen Vorgehensweisen (Methoden) unterschied, die in denselben Texten als verbindlich vorgestellt wurden.<\/span><\/li>\n<li class=\"li1\"><span class=\"s1\">Die Aufbereitung des Materials in den verschiedenen Medien (Netz, Buch, Raum) hiess, das Design von Design zu denken und zu planen. Wir haben dabei beobachten k\u00f6nnen, in welch teilweise verf\u00e4lschender Weise das Design mit dem Ursprungsmaterial umgehen muss, um eine Aussage im Sinne unserer Disziplin zu leisten.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wesentlich f\u00fcr uns waren die neuen M\u00f6glichkeiten, einen jeweils anderen Blick auf unser eigenes Material zu richten. Diese Erfahrungen wurden im Anschluss an das Projekt mit den Studierenden diskutiert. Die Ergebnisse des 2-j\u00e4hrigen Designforschungsprojektes wurden dar\u00fcber hinaus im Rahmen eines international besetzten 2-t\u00e4gigen Symposiums vorgestellt und diskutiert. Bei Niggli erschien 2016 die gleichnamige Publikation.<\/span><\/p>\n<pre><a href=\"https:\/\/postmodular.de\/category\/post\/eigenlogik-des-design\/\">Forschung zur \u203aEigenlogik des Designs\u2039<\/a>\r\n<a title=\"Int. Tagung \u201cDie Eigenlogik des Designs\u201d\" href=\"https:\/\/www.postmodular.de\/ausstellung-eigenlogik-des-designs\/\">Symposium zur \u203aEigenlogik des Designs\u2039\r\n<\/a><span style=\"line-height: 1.75em;\">Gerhard M. Buurman, Marc R\u00f6lli (Hrsg.): Eigenlogik des Designs. \r\nNiggli, Z\u00fcrich 2016, ISBN 9783721209310 OCLC Number: <a href=\"https:\/\/search.worldcat.org\/de\/title\/894691829\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">894691829 <\/a>\r\n<\/span>Gerhard M. Buurman, Marc Roelli (Eds.): The Intrinsic Logic of Design. \r\nNiggli, Zurich\u00a02016. ISBN 978-3-7212-0933-4 OCLC Number: <a href=\"https:\/\/search.worldcat.org\/de\/title\/909248852\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">46858728<\/a> \r\n<span style=\"line-height: 1.75em;\"><a href=\"https:\/\/www.postmodular.de\/eine-netzwerkanalyse\/\">Einlesetext: Buurman, Gerhard: \u203aEine Netzwerkanalyse\u2039<\/a><\/span><\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Leiter des Institutes f\u00fcr Designforschung war ich mir trotz jahrelanger Praxis nicht sicher, wie wir die Forschung im Design \u201erichtig\u201c organisieren k\u00f6nnten. 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