{"id":4327,"date":"2015-05-16T16:08:35","date_gmt":"2015-05-16T15:08:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.designeconomy.ch\/?p=4327"},"modified":"2025-06-23T13:10:05","modified_gmt":"2025-06-23T12:10:05","slug":"leonardo-express","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/postmodular.de\/category\/post\/leonardo-express\/","title":{"rendered":"Leonardo Express \u2013 On Digital Disruption and Higher Art Education in 2025"},"content":{"rendered":"<p>Auf Einladung des Veranstalters (Christoph Weckerle, ZHdK) konnte ich am 15. und 16. Mai 2015 dem Workshop &#8222;Leonardo Express \u2013 O<em>n Digital Disruption and Higher Art Education in 2025<\/em>&#8220; beiwohnen.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Aus der Ank\u00fcndigung<\/strong>: &#8222;Our workshop on arts, the future of the arts, higher arts education and digital disruption will be a provocative two-days closed session built as a temporary cluster where knowledge will be generated and exchanges will be free. [\u2026]\u00a0Our goals and expectations are to share this knowledge between ZHdK executives and academics, foreign guest speakers, media scholars, artists, web developers, policy makers and a few students involved in the workshop.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die von Fr\u00e9d\u00e9ric Martel (ZHdK&#8217;s Research Fellow) organisierte\u00a0Veranstaltung\u00a0galt der Suche nach m\u00f6glichen Br\u00fcchen und neuen Leitbildern f\u00fcr die Kunsthochschulausbildung des 21. Jahrhunderts. Angesichts der teilweise bereits hinter uns liegenden Entwicklungen und ihrer teils noch vor uns liegenden gesellschaftlichen Folgen\u00a0war dieser Workshop eine willkommene\u00a0Unterbrechung des Hochschulalltags, der beinah t\u00e4glich schnelle\u00a0Antworten auf \u00e4ussere\u00a0Ver\u00e4nderungen einfordert und es quasi unm\u00f6glich macht,\u00a0nicht nur Getriebene(r) zu sein, sondern ein produktives <em>Leben\u00a0in Technik<\/em> vorausschauend und proaktiv zu gestalten.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gold.ac.uk\/media-communications\/staff\/m-fuller\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Matthew Fuller<\/a> (Goldsmiths College, London) hat einen nachdenklichen\u00a0\u00dcberblick \u00fcber laufende Technisierungsprozesse\u00a0gegeben, die\u00a0die Institutionen, die Disziplinen und die Menschen besch\u00e4ftigen. Mit seiner Auslegeordnung hat Fuller bereits zu Beginn dargelegt, dass wir \u00fcber viele grosse Entwicklungen und noch mehr Details nachzudenken haben.<\/li>\n<li>Mit dabei war Steven Henry Madoff, Herausgeber des Sammelbandes Art Schools, der in seinem Vortrag\u00a0einen historischen Bogen spannte und die Geschichte der\u00a0Kunsthochschulen nachzeichnete. Interessant waren seine politischen Gedanken zur notwendigen und m\u00f6glichen Freiheit der Institution Kunsthochschule (sein Vortrag titelte mit dem Begriff ACCELERATE) sowie seine Gedankenskizzen zur\u00a0&#8217;nomadischen&#8216; oder &#8218;tempor\u00e4ren&#8216; Hochschule, die er mit Beispielen aus der Praxis belegen konnte.<\/li>\n<li>Robert Lynch (President of Americans for the Arts, Washington) spricht f\u00fcr sehr viele K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler und hat in seinem Vortrag Strategien und Taktiken vorgestellt, wie er mit seiner Institution die K\u00fcnste f\u00f6rdert und ins kollektive Bewusstsein aller AmerikanerInnen r\u00fcckt. Angesichts der Summen der im Markt gehandelten Kunstwerke und der sich daraus automatisch ableitenden \u00f6konomischen Bedeutung der Kunst f\u00fcr die Gesellschaft,\u00a0stellten sich hier aus meiner Sicht weniger institutionelle\u00a0Finanzierungsfragen als politische \u00a0Verteilungsfragen.<\/li>\n<li>Renato Soldenhoff\u00a0(eLearning, ZHdK) hat in seinem Vortrag \u00fcber MOOCS\u00a0neue Praktiken\u00a0des Lehrens und Lernens vorgestellt und anschaulich gezeigt, welche Entwicklungen hier im Gange sind, welche Aufw\u00e4nde zu betreiben und welche Bedingungen zu erf\u00fcllen sind, um interaktive Lernumgebungen in den Lern- und Lehralltag der Hochschule sinnvoll zu implementieren.<\/li>\n<li>Hierzu gab es noch zwei indirekte studentische\u00a0R\u00e9pliquen von David Simon und Thomas Schertenleib (beide ZHdK). In beiden Statements wurde deutlich, dass ein verteiltes (und auch nomadisches) Lernen\u00a0m\u00f6glich ist. Es war interessant, zu h\u00f6ren, dass diese Entwicklung f\u00fcr den Nachwuchs zwar teilweise problematisch, aber eben auch nicht mehr wegzudenken ist.<\/li>\n<li>Klaas Bollhoefer (<a href=\"https:\/\/www.unbelievable-machine.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The unbelievable Machine Company<\/a>, Berlin) hat das Berufsbild des Datenwissenschaftlers vorgestellt und erl\u00e4utert, warum die Auseinandersetzung mit Daten und Algorithmen aus seiner Sicht so wichtig ist. Leider\u00a0kam hier die\u00a0Frage ein wenig zu kurz, welche spezifische Form von\u00a0Auseinandersetzung K\u00fcnstler und Designer\u00a0hier favorisieren sollten oder k\u00f6nnten. Hier waren die kritischen Anmerkungen von Dieter Mersch (ZHdK) teils hilfreich.<\/li>\n<li>Begr\u00fcssenswert war die Teilnahme der Studierenden, die dem Publikum ihre Ideen, L\u00f6sungsans\u00e4tze und Reflexionen vorstellten.\u00a0Nennen m\u00f6chte ich hier Mona Neubauer mit ihrem Thema\u00a0&#8218;Sustainable Design&#8216; oder Christophe Kriese, der filmische Arbeiten zum Thema &#8218;Anonymit\u00e4t&#8216; vorstelle.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Workshop war auch\u00a0strategisch angelegt, waren\u00a0doch die versammelten Fragen\u00a0m\u00f6glicherweise ein Indiz daf\u00fcr, welche Antworten der Veranstalter auf die gestellte Frage\u00a0geben will<em>?<\/em>\u00a0Folgende Fragen blieben bei mir zur\u00fcck:<\/p>\n<ol>\n<li>K\u00f6nnen wir das <em>System Kunsthochschule<\/em> unvoreingenommen beforschen, wenn wir Teil des Systems sind?<\/li>\n<li>Ist das hier betrachtete technische Transaktionsuniversum zu einer Super-Institution geworden, in der alles, was einst geschieden war, unterschiedslos aufgeht?<\/li>\n<li>K\u00f6nnen wir unsere Aufgaben an dieses System auslagern und geschieht dies nicht schon lange?<\/li>\n<li>Welche Rolle spielt die Vergangenheit, wenn die Ver\u00e4nderungen immer schneller kommen und wir immer weniger Zeit haben die Gegenwart zu verstehen und angemessen zu reagieren?<\/li>\n<li>Gibt es Wege, mit den Themen &#8218;Institution&#8216;, &#8218;B\u00fcrokratie&#8216; k\u00fcnstlerisch umzugehen (Organizational Aesthetics)?<\/li>\n<\/ol>\n<pre><a href=\"https:\/\/www.macroanalytics.org\/single-post\/2015\/05\/14\/digital-disruption-and-higher-art-education-in-2025-at-zurich-university-of-the-arts\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bericht auf Macroanalytics<\/a>\r\nMadoff, Steven Henry (Hrsg.)(2009). <a href=\"https:\/\/direct.mit.edu\/books\/book\/3201\/Art-School-Propositions-for-the-21st-Century\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Art School<\/a>. Boston, Mass.: MIT.\r\nSpieker, S. (2004)(Hrsg.). <a href=\"http:\/\/svenspieker.com\/books\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B\u00fcrokratische Leidenschaften<\/a>. Kultur- und \r\nMediengeschichte im Archiv. Berlin: Kadmos.<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Einladung des Veranstalters (Christoph Weckerle, ZHdK) konnte ich am 15. und 16. 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