Material*ismus

Seit den 80er Jahren hören wir den Ruf der neuen Materialist*innen. Entsprechend viel Material erschien seitdem zum Thema … in Buchform, in Ausstellungen, (Material)bibliotheken und natürlich in den Experimenten der Kunst, des Designs und natürlich auch der der Materialwissenschaften. Vor allem befeuerte der ‘Material Turn’ aber die Geisteswissenschaften. Zwischen den Gedanken Graham Harmans, Donna Harraways Manifestationen und den gebauten Hypothesen Neri Oxmans entstanden unendliche experimentelle Freiräume — jenseits aller akademisch verwalteten Ordnungen von Kunst, Design, Wissenschaft et.al. All den phantastischen, ‘pataphysikalischen, kritischen, reflexiven, biopolitischen Arbeiten ist kategorial kaum beizukommen (warum auch?). Die Ordnung entsteht hier indirekt, indem WIR uns auf die Dinge, die Materialien und die Fragen einlassen, WIR müssen uns verwickeln lassen und dabei die alten Ordnungen und Fakultäten hinter uns lassen. Auf diese Weise kann sich eine enzyklopädische, eine natürliche Ordnung entwickeln. Vielleicht meine ich damit so etwas wie die Rückverwilderung — im Dienste des Fortschritts.

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